Lampe beim Scheinwerfer selbst wechseln?

Geschrieben von mw. Veröffentlicht in Reparatur


Es ist zum Mäusemelken. Da geht mal eine Lampe vom Frontscheinwerfer kaputt, schon ist der Wagen für den Alltagsgebrauch aus dem Rennen. Was früher so einfach war und mal eben vor der Losfahrt zu reparieren war, ist heute eine Sache für die Werkstätten ein zum Teil aufwendiger Eingriff.

5 Minuten-Thema wird zur Totaloperation

Quelle: TÜV Süd

Das kann doch nicht sein, dass im Jahre 2015 einfache Dinge, wie das Wechseln eines Leuchtkörpers, was schon in den 70er Jahren ein 5 Minuten-Thema war, jetzt einen Werkstattaufenthalt notwendig macht. Soll das technischer Fortschritt sein? Selbst als Besitzer eines Autos, bei dem der Wechsel der Leuchtmittel fast schon an Zauberwerk grenzt, bekommt man Respekt vor den Aufgaben, die bei einem Golf 4 auf einen warten.
Bei diesem ist die gesamte Front inclusive Stoßfänger und Kühlergrill zu demontieren, um letztendlich den Scheinwerfer auszubauen und die Lampe wechseln zu können. Gott sei Dank wurde das in den Folgemodellen des Golf revidiert. Nun ist der Austausch wieder mit vertretbarem Aufwand machbar. Das ist jedoch längst nicht bei allen Herstellern so.

Konstruktionsmangel oder Kalkül?Quelle: AUTOFAHRERSEITE.EU

Viele Autokonstrukteure haben anscheinend nur noch CW-Werte, Konnektivität und Energieeffizienz im Kopf. Von praktischen Überlegungen ist man hier anscheinend weit entfernt.
Es gibt z.B. Modelle, für die es weder Hinweise in der Betriebsanleitung, noch das passende Werkzeug gibt. Macht ja auch Sinn, wenn man nachts mit ausgefallenen Scheinwerfern in der Pampa steht oder im Ausland unterwegs ist und von fachmännischer Hilfe weit und breit keine Spur ist.
Daher ist es auch verständlich, dass Autofahrer und unabhängige Werkstätten mutmaßen, dass durch derart wartungsunfreundliche Konstruktionen die Kunden in die Vertragsbetriebe der Fahrzeughersteller gelenkt werden sollen.
In diesem Zusammenhang stellt sich jedoch die Frage, welcher Autofahrer bereit ist, für den Wechsel eines Leuchtmittels, dass vielleicht 20 Euro kostet, in Summe 250 Euro zu bezahlen. Daher der konkrete Tipp an dieser Stelle: Falls für Sie als Verbraucher ein Werkstattaufenthalt notwendig wird, nutzen Sie Ihr Recht auf freie Werkstattwahl. Durch die Beauftragung eines vom Fahrzeughersteller unabhängigen Betriebs lassen sich so schnell interessante Beträge einsparen.

H7, Xenon & Co.Quelle: Osram

Damit der Leuchtmittelwechsel funktioniert, ist speziell bei den neueren Technologien einiges zu beachten: So sind bei den H7-Leuchtmitteln anschließende Einstellarbeiten nötig, damit die Beleuchtung einwandfrei funktioniert. Sie als Autofahrer können das nicht selbst vornehmen, da hierfür Lichteinstellgeräte und Diagnosetools benötigt werden, die auf die Steuergeräte des Fahrzeugs zugreifen.
Auch bei Xenon Lampen ist das nicht anders. Denn bei dieser Technologie hier kommt ein Lichtbogen zum Einsatz, der mit Spannungen von bis zu mehreren tausend Volt arbeitet. Diese Systeme lassen sich also nur vom Fachmann warten. Obwohl Xenon-Lampen ein Autoleben lang halten sollen, haben viele Autofahrer schmerzlich erfahren müssen, dass es auch hier zu Ausfällen kommt. Und das wird im Normalfall teuer. Wie sich die Situation mit zukünftigen Lichterzeugern wie z.B. LED-Lampen gestalten wird, bleibt abzuwarten.

Was sagt denn der Gesetzgeber?

Die Richtung ist klar vorgegeben. Demnach sollte der Wechsel durch den Autofahrer einfach und mit Bordmitteln ausgeführt werden können. Ausgenommen sind dabei Xenon-Systeme. Genau gesagt greift hier die ECE-Regelung R-48, Ergänzung 07. Diese besagt, dass bei den seit August 2006 neuentwickelten Pkw-Typen „Leuchten und Scheinwerfer so eingebaut sein müssen, dass die Lichtquelle anhand der Beschreibung in der Bedienungsanleitung mit Bordwerkzeug ausgetauscht werden kann“. Weiterhin müssen alle hierzu erforderlichen Arbeitsschritte in den Bedienungsanleitungen detailliert beschrieben sein.

Fazit

Selbst tätig werden sollte man nur im Notfall, denn einen ausgefallenen Scheinwerfer wieder zum Strahlen zu bringen, bedarf weit mehr als nur das Leuchtmittel zu wechseln. Der Scheinwerfer muss exakt justiert und eingestellt werden. Dieses geht nur mit Lichteinstellgeräten und modernen Diagnosetools, die auf die Steuergeräte des Fahrzeugs zugreifen. Speziell gilt dies für Technologien wie H7-, Xenon-, LED- und Laser-Licht. Sinn macht es auch, die Lichttest-Aktionen im Herbst eines jeden Jahres zu nutzen. Und sprechen Sie in jedem Fall ihre unabhängige Werkstatt vor Ort an - diese arbeitet ausschließlich in Ihrem Interesse, ist preiswert und fair.

Übrigens… eine Werkstatt, der Sie mit gutem Gefühl Ihr Auto anvertrauen können, finden Sie bei uns in der Werkstattsuche

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Quelle: AUTOFAHRERSEITE.EU; TÜV Süd; Osram

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