Turbolader: Das sollte man als Autofahrer dringend beachten

Geschrieben von mw. Veröffentlicht in Reparatur

Ist ein Turbolader in Ihrem Fahrzeug verbaut, dann sollten Sie als Autofahrer wissen, was Sie im Umgang mit diesem hocheffizienten aber durchaus empfindlichen Bauteil beachten sollten. Wir klären Sie auf.

Quelle: MahleQuelle: MahleWas ist ein Turbolader?

Turbolader: ein Zauberwort in der Motorenentwicklung und Synonym für effiziente Leistungssteigerung. Aufgeladene Motoren gab es bereits in der Frühgeschichte des Motorenbaues, die Massenfertigung und der Einbau von Turboladern in Serienfahrzeugen erfolgte aber erst ab Anfang der 1960er Jahre bei den großen V8 Motoren von Oldsmobile. Heutzutage finden sich supereffiziente Turbolader (z.T. mit mehreren Aufbereitungsstufen) in vielen Fahrzeugen wieder und leisten ihren Beitrag zur Leistungssteigerung und Kraftstoffersparnis.
 
Turbolader wurden vom Schweizer Alfred Büchi erfunden, der 1905 das Patent für seine Gleichdruck- oder Stauaufladung anmeldete.
 Der von ihm erfundene Turbolader ermöglicht die Leistungs- oder Effizienzsteigerung von Kolbenmotoren. Hierbei treibt eine, im Abgaskanal sitzende Turbine einen Verdichter an, der vor dem Ansaugtrakt sitzt. Das steigert den Luftdurchsatz und verringert die Ansaugarbeit des Kolbens. Das heißt, Turbolader nutzen die Bewegungsenergie der vom Motor erzeugten Abgase und sorgen zusammen mit einem Ladeluftkühler für einen wesentlich höheren Arbeitsdruck innerhalb der Zylinder.

Im Klartext bedeutet das: mehr Leistungsausbeute des Motors durch Nutzung und Wandlung der Abgas-Energie.

Wenn mein Fahrzeug einen Turbolader hat, was muss ich dann beachten?

Turbolader sind hocheffiziente Bauteile. Im Alltag leisten sie Schwerstarbeit und benötigen dafür die nötigen Betriebsstoffe. Gleichzeitig müssen Turbolader richtig gefahren werden. Sie erreichen innerhalb weniger Sekunden ihre Höchstdrehzahlen, dabei müssen sie konsequent mit Öl versorgt werden, denn das schmiert und kühlt den Motor. Das funktioniert jedoch nur bei warmen Motoren reibungslos, denn bei kalten Motoren ist das Öl noch zu zähflüssig und das System wird noch nicht komplett geschmiert. Bei starker Belastung und kaltem Motor kann also Reibung entstehen und Bauteile können so schneller verschleißen und letztendlich zum Turboladerschaden führen.

Erste Regel: Aufwärmen des Motors

Erst, wenn der Motor warm gefahren wurde, kann der Wagen in hohen Drehzahlbereichen gefahren werden. Lassen Sie den Motor besser nicht im Stand warmlaufen, denn das zähflüssige Öl in Verbindung mit den niedrigen Drehzahlen belasten den Turbo ähnlich wie hohe Drehzahlen bei einem kaltem Motor. In der Praxis heißt das: Die ersten Kilometer sollten in einem Drehzahlbereich zwischen 1.000 und 2.500 Umdrehungen pro Minute gefahren werden.

Und auch nach einer hohen Belastung des Motors, z.B. durch Autobahnfahrten, darf man ein turbogeladenes Auto nicht direkt ausschalten. Etwa eine halbe Minute braucht der Turbolader, um die aufgestaute Wärme aus dem System zu schaffen.

Diese Hitze kann z.B. vorhandenes Öl im Tubolader oder in den  Zu- und Ableitungen verbrennen und damit Ölkohle erzeugen. Diese Kohle reibt an den Bauteilen des Motors und begünstigt Verschleiß und Defekte. Bevor Sie also das Fahrzeug zum Tanken abstellen oder an der Raststätte halten, sollten Sie die letzten Kilometer dazu nutzen, den Turbolader durch eine moderate Fahrweise herunterzukühlen.

Quelle: TÜV SüdQuelle: TÜV SüdZweite Regel: Turbolader gut schmieren

Sehr wichtig ist auch der regelmäßige Ölwechsel inklusive Filter. Denn durch verbrauchte Öle können sich Ablagerungen in Bauteilen des Motors bilden und den Turbolader in Mitleidenschaft ziehen. Auch beim Nachfüllen des Öls sollte man die Herstellervorgaben strengstens beachten und Markenöle verwenden. Zu eventuell anstehenden Inspektionen und Ölwechseln fragen Sie einfach die Spezialisten Ihrer unabhängigen Fachwerkstatt. Achten Sie also darauf, dass der Motorölstand immer zwischen Min und Max liegt und dass die Wechselintervalle eingehalten werden. Sinnvoll ist es auch, immer einen Liter Nachfüllöl dabei zu haben (mehr dazu unter: Turbos brauchen gutes Öl).

Wie bemerke ich Defekte?

Im Normalfall arbeiten Turbolader zuverlässig und unauffällig. Defekte können sich aber über einen längeren Zeitraum entwickeln und zu kapitalen Schäden heranwachsen. Erste Anzeichen von Defekten können sein: blauer Rauch aus dem Auspuff, verminderte Leistungsabgabe auch bei Vollgas und erhöhter Ölverbrauch. Sollten diese Anzeichen bei Ihrem Fahrzeug auftreten, fahren Sie umgehend in Ihre inhabergeführte freie Werkstatt. Hier kann man Ihnen direkt Auskunft über den Zustand ihres Motors, das Schadensbild sowie die möglichen Reparaturmaßnahmen geben.

Quelle: MotairQuelle: Motair Turbolader defekt, was nun?

Sollte tatsächlich der Turbolader defekt sein, sprechen Sie Ihre Werkstatt auf Ersatzteile in Erstausrüster-Qualität an. Ihre unabhängige Werkstatt unterstützt Sie bei der Wahl der Ersatzteile tatkräftig und kennt die entscheidenden Qualitätsmerkmale. Besorgen Sie sich auf keinen Fall  „Billigteile“ aus dem Internet, denn dies führt in der Regel dazu, dass kurzfristig neue Schäden auftreten, die dann abermals Ein-/Ausbaukosten nach sich ziehen. Informieren Sie sich besser beim Fachmann in der freien Werkstatt Ihres Vertrauens!

Fazit

Ein tolles Teil, so ein Turbolader. Aber er benötigt auch einen gewissenhaften Umgang und gute Pflege. Fahren Sie daher ihr turbogeladenes Auto immer warm und achten Sie auf ein gutes Öl und einen regelmäßigen Ölwechsel. Auch diesen erhalten Sie in Ihrem unabhängigen Kfz-Fachbetrieb. Hier ist er in der Regel deutlich günstiger als an der Tankstelle oder in der Vertragswerkstatt.

So werden Sie auch weiterhin viel Freude an der Leistungsausbeute Ihres Turbos haben. Eine allzeit gute Fahrt wünscht ihre autofahrerseite.eu.

Übrigens… eine Werkstatt, der Sie mit gutem Gefühl Ihr Auto anvertrauen können, finden Sie bei uns in der Werkstattsuche

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Quelle: Bosch; Mahle; TÜV Süd; Motair

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