Wieviel Öl darf mein Auto verbrauchen?

Geschrieben von mw. Veröffentlicht in Reparatur

Quelle: Audi AGQuelle: Audi AG

Selbst mit einem Neuwagen ist man nicht vor Zusatzkosten durch einen hohen Ölverbrauch geschützt. Denn nicht nur ältere Modelle, auch moderne Fahrzeuge liegen mit ihrem Verbrauch im „roten Bereich“. So beklagen beispielsweise Audi-Fahrer, deren Fahrzeuge mit TFSI-Motoren ausgestattet sind, Ölverbräuche von bis zu 1,4 Ltr. Auf 1.000 Km. Bei den teuren Leichtlaufölen kann es so innerhalb eines Wartungsintervalls schnell zu Nachfüllkosten von rund 1.200 Euro kommen.

Quelle: R. Linzing, GTÜWas ist denn überhaupt ein „Ölverbrauch“

In den Anfängen des Auto- und Maschinenbaus lagen die Ölverbräuche von Verbrennungsmotoren noch in schwindelerregenden Höhen. Erst ab den späten siebziger Jahren stabilisierte sich die Werte und blieben bis vor ca. 10 Jahren fast konstant. Seitdem versucht man den Verbrauchspegel durch möglichst geringe Fertigungstoleranzen und zukunftsweisende Motorenkonzepte zu senken. Das gelang auch in vielen Bereichen der Motorentechnik, ein gewisser Ölverbrauch ist jedoch immer noch vorhanden und das ist auch völlig normal.

Technisch betrachtet, sieht das ganze so aus: Ein Ölverbrauch findet immer dann statt, wenn Öl durch Kolbenringe, Kurbelgehäuseentlüftung und Ventilführungen in den Brennraum gelangt und dort verbrannt wird. Und ein gewisser Eintrag in den Brennraum ist durch die beweglichen Teile innerhalb des Motors nicht vermeidbar. Der Begriff Ölverbrauch ist aber keineswegs mit dem Thema „Ölverlust“ gleichzusetzen. Denn beim Ölverlust geht es vornehmlich um einen umweltschädlichen Austritt von Öl aus dem Motor.

Wie hoch dürfen denn die „Verbräuche“ sein?

Hier gehen die Meinungen sehr stark auseinander: der momentan angegebenen Mittelwert liegt bei Fahrzeugen mit einem Alter von höchstens zwei Jahren bei ca. 0,02 Litern/1000 Kilometer. Allerdings treten auch Werte von um die 50 Milliliter bis zu einem viertel Liter pro 1000 Kilometer auf. Je nach Fahrweise, Fahrleitung und Jahreszeit kann das durchaus normal für viele Fahrzeuge sein.

Quelle: Liqui Moly

Ölverbrauchswerte schwanken stark je nach Modell

Grundsätzlich sollten moderne Motoren kaum noch Öl verbrauchen, da aufgrund minimaler Fertigungstoleranzen und modernem Maschinenbau die mechanische Beanspruchung der einzelnen Bauteile gesunken ist. Bei den Verbrauchswerten verschiedener Fabrikate gibt es allerdings starke Schwankungen: während z.B. ein Volvo V60 bei gefahrenen 1000 Kilometern keinen messbaren Ölverbrauch hat, können TFSI- oder TSI- Motoren von VW, Audi, Seat oder Skoda enorme Verbräuche von über einem Liter/1000 Kilometer haben. Das ist nicht mehr zeitgemäß, hat aber auch vielfach seine Ursache in werksseitig verbauten, fehlerhaften Kolben- und Kolbenringen, die das Öl in den Brennraum gelangen lassen. Durch Verkokung kann es hierbei, im schlimmsten Fall, zum kapitalen Motorschaden kommen.

Hersteller bestimmen den Ölverbrauch

Motoröl verringert nicht nur die Reibung zwischen den metallischen Flächen innerhalb des Motors, sondern erfüllt auch eine zusätzliche Kühlfunktion. Je nach Jahreszeit oder Fahrstil kann der Ölverbrauch stark variieren. In vielen Fällen ist allerdings die Konstruktionsweise des Motors für den Ölverbrauch  verantwortlich. Dabei können innerhalb der Einlaufzeit des Motors höhere Verbräuche durchaus normal sein. Je nach Einfahrverhalten des Fahrers pendelt sich der Ölverbrauch auf den ersten 3.000 bis 7.000 Kilometern ein. Innerhalb dieser Kilometerleistung schleifen sich die Kolbenringe in einem normalen Motor ein.
 
Für die Fahrzeugkonstrukteure ergibt sich jedoch noch ein ganz anderes Dilemma: Je nach Ringbestückung der Kolben wird durch stramme Kolbenringe der Ölverbrauch gesenkt, aber die Reibung an der Zylinderwand wird erhöht. Diese erhöhte Reibung bedingt aber ein Mehrverbrauch an Kraftstoff. Kolbenringe mit einer geringeren Spannung gleiten zwar wesentlich leichter durch den Zylinder und sorgen dadurch für einen geringeren Kraftstoffverbrauch, haben aber den Nachteil, dass sie mehr Öl hindurchlassen. Diese Zwickmühle ist also problematisch - denn hohe Ölverbräuche sind bei modernen Fahrzeugen genauso wenig gefragt, wie hohe Kraftstoffverbräuche.

 Quelle: VergölstWo bleibt das verbrauchte Öl?

Sollte das Öl außen am Motor austreten, muss man nur der Spur des Öls folgen und gelangt dann zu der Quelle. Das kann eine defekte Dichtung, aber auch ein Haarriss im Motorblock sein. Hier ist der Fachmann der freien Kfz-Werkstatt zu Rate zu ziehen um eine genaue Diagnose zu stellen.Verschwindet das Öl beim Betrieb des Fahrzeugs, muss man auf eventuell austretende Rauchwolken bei der Belastung des Motors achten. Sollte der Motor nur beim Lastwechsel Qualmwolken ausstoßen, weist das auf defekte Ventilschaftdichtungen hin, bei ständigem Qualmen sind oftmals die Kolbenringe oder die Zylinderkopfdichtung defekt.
 
In beiden Fällen gelangt das Öl in den Brennraum und wird dort verbrannt. Allerdings wird dadurch der Motor auch mit Brennrückständen verschmutzt, was massive Motorschäden zur Folge hat. Sobald der Wagen also ungewöhnlich viel Öl verbraucht oder mehr Abgase als üblich produziert, ist umgehend die freie Werkstatt des Vertrauens anzufahren. Hier kann man z.B. direkt die Kompression und die Abgas-Emissionen messen, um eine erste Diagnose stellen zu können.

Quelle: AUTOFAHRERSEITE.EU Fazit

Schlimm genug, wenn der fast neue Wagen schon einen enormen Öl-Verbrauch an den Tag legt. Das sollte bei modernen Motoren nicht mehr vorkommen. Lassen Sie sich auf jeden Fall von ihrer unabhängigen Kfz-Meisterwerkstatt beraten und klären Sie eventuelle modellspezifische Mehrverbräuche ab. Denn ein hoher Verbrauch an Öl weist in vielen Fällen auf einen Defekt im Motor hin und kann auch bereits in einem kurzen Zeitraum einen kapitalen Motorschaden verursachen! Verbraucht Ihr Fahrzeug mehr Öl als normal, dann sollten Sie den Fahrzeughersteller bitten, den Mangel abzustellen.

Übrigens… eine Werkstatt, der Sie mit gutem Gefühl Ihr Auto anvertrauen können, finden Sie bei uns in der Werkstattsuche

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Unter Mitarbeit von Rechtsanwalt Sebastian Trost / Ralf Galow

Fotos dieses Artikels:
Quelle: R. Linzing/GTÜ; Vergölst; Liqui Moly; Audi AG; AUTOFAHERSEITE.EU

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