Regelmäßig Reifen checken!

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Viele Komponenten an einem Wagen haben regelmäßig Wartungsbedarf und die Reifen machen da keine Ausnahme. Luftdruck, Profiltiefe, Alter und Verschleiß der Reifen können sich maßgeblich auf den Fahrkomfort und die Sicherheit auswirken. Dies kann Pannen und im schlimmsten Fall auch lebensbedrohliche Unfälle zur Folge haben.

Bei jedem Auto sollten regelmäßige Reifenchecks auf dem Plan stehen, denn jeder Reifen ist nur so gut wie er gewartet wird. Autofahrer nutzen sie praktisch jeden Tag über weite Strecken hinweg und doch wird ihnen zumeist eher wenig Beachtung geschenkt – Autoreifen. Ihre Funktionalität ist für die meisten eine Selbstverständlichkeit, aber ihre Haltbarkeit ist alles andere als unbegrenzt. Tausende von zurückgelegten Kilometern hinterlassen früher oder später bei jedem Reifen ihre Spuren und beschneiden somit seine dienstleistenden Attribute.
Regelmäßig durchgeführte Reifenkontrollen können dem effektiv vorbeugen.

Reifendruck: Ruhig ein bisschen mehr Der optimale LuftdruckQuelle: TÜV SÜD

Den Luftdruck eines Reifens zu optimieren sorgt für die beste Bodenhaftung, lässt Schäden schneller sichtbar werden und senkt sogar den Spritverbrauch. Der optimale Reifendruck ist dabei von Fahrzeug zu Fahrzeug unterschiedlich, die Herstellerangabe ist meist im Türholm, im Tankdeckel oder der Betriebsanleitung des Fahrzeugs zu finden.

Den Reifendruck kontrollieren und anpassen kann man jederzeit mithilfe von Reifenfüllmessgeräten an jeder Tankstelle. Bei einem ordentlich ausgestatteten Neuwagen werden Sie dabei auch noch zusätzlich von Reifendruckkontrollsystemen (RDKS) unterstützt, die den Reifendruck ständig überwachen und dem Fahrer den aktuellen Status über den Bordcomputer mitteilen.

Auf die Tiefe kommt es an

Die europäische Mindestprofiltiefe soll per Gesetz mindestens 1,6 mm betragen; ist sie niedriger, wird in Deutschland sowohl ein Bußgeld (in Höhe von mindestens 60 Euro) als auch ein Punkt in Flensburg fällig. Sicher unterwegs ist man mit 1,6 mm Restprofil aber nicht mehr, da sind sich die Experten einig. Ihre Empfehlung für Sommerreifen: mindestens 3 mm Profiltiefe.

Foto: TÜV SÜDDiese Tiefe soll das Risiko akuten Aquaplanings reduzieren. Denn bei einer Tiefe von 3 mm besteht bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h im Falle von Aquaplaning zumindest noch seitlicher Bodenkontakt des Reifens. Mit nur 1,6 mm Profiltiefe ist jeder Reifen bei dieser Geschwindigkeit längst am Schwimmen und außer Kontrolle. In solch einer Situation sollten Sie jedoch so oder so vom Gas gehen, denn je höher Ihre Geschwindigkeit ist, desto mehr Profiltiefe wird benötigt um die Kontrolle zu behalten.

Die Empfehlung für Winterreifen: 4 mm Profiltiefe Minimum. Anderenfalls verschwinden die Lamellen, die essentiell für die Verzahnung mit matschigem Untergrund und Schnee – entsprechend lassen Winter- und Nässeeigenschaften der Winterreifen mit weniger als 4 mm Profiltiefe spürbar nach.

Alt gleich bewährt?

Reifen altern wie alles andere auch. Und je mehr sie altern, desto mehr Leistung und Qualität büßen sie unvermeidlich ein. Hat ein Reifen das Alter von sechs Jahren erreicht, sollte er monatlich auf Schäden überprüft werden. Ist ein Reifen seit zehn Jahren im Dienst, empfiehlt es sich dringend ihn komplett zu erneuern.

Das Alter eines Reifens kann man problemlos an der DOT-Nummer (Department of Transportation) ablesen. Die ersten beiden Ziffern stehen für die Produktionswoche, die letzten beiden für das Produktionsjahr (Beispiel: DOT 2215 = 22. Kalenderwoche im Jahr 2015). Diese Kontrolle empfiehlt sich generell auch beim Kauf von Neureifen.

Im Falle des Reifenalters von „Standfahrzeugen“ – also Kraftfahrzeuge, die über einen längeren Zeitraum hinweg nicht bewegt werden, beispielsweise Wohnmobile – existieren keinerlei gesetzlichen Vorgaben.

Der Expertenrat lautet: Während einer längeren Standzeit sollten Reifen
     - durch Reduzierung des Luftdrucks entlastet
     - vor Licht geschützt
     - von der Ozonstrahlung abgeschirmt
     - und nicht mit Kohlenwasserstoffen in Berührung gebracht werden.

Aber auch bei Befolgung dieser Ratschläge gilt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Und das regelmäßig.

Reifenschäden: Das leise rollende RisikoFoto: TÜV SÜD

Das mitunter Gefährlichste, was mit Ihren Autoreifen passieren kann, ist wenn sie sich kleine Einfahrschäden zuziehen, ohne dass Sie als Fahrer Notiz davon nehmen. Denn ein kleiner Schaden am Reifen kann trotzdem verheerende Folgen nach sich ziehen. Eine davon könnte etwa einen Reifenplatzer bei voller Fahrt auf einer Landstraße mit reichlich Gegenverkehr sein...

Man handelt sie sich aber auch zu schnell einfach ein – ein tückisches Schlagloch, eine Bordsteinkante eben grob gestreift, ein Nagel mitten auf der Fahrbahn... das alles sind mögliche bis wahrscheinliche Ausgangspunkte für kleine bis große Katastrophen. Leider sind in zahlreichen Fällen die Schäden für den Laien auf den ersten Blick gar nicht auszumachen.

Auch hier empfehlen sich daher regelmäßige Reifenkontrollen in der freien Werkstatt, am besten beim halbjährlichen Reifenwechsel im Frühjahr und Herbst.

Fazit

Es gibt genügend Gründe, regelmäßig die Reifen seines Autos zu kontrollieren – Ausreizung der vollen Leistungsfähigkeit, ein fühlbares Fahrvergnügen, Kosteneinsparung … doch einer überwiegt alle anderen: Sicherheit. Wer Auto fährt, trägt Verantwortung, für sich, seine Begleiter und andere Verkehrsteilnehmer. Diese Verantwortung schließt einen tadellosen Zustand des geführten Automobils und damit auch der Reifen ein, was nur durch gründliche Checks in gefestigten Abständen zu gewährleisten ist. Autoreifen, die aus diversen Tests als Qualitätssieger hervorgingen machen da keine Ausnahme, denn letztendlich ist jeder Reifen nur so gut wie seine Wartung. Und sein Fahrer.

Und nicht vergessen: Dem Ersatzreifen sollte genau so viel Aufmerksamkeit gewidmet werden wie allen anderen auch.

Übrigens… eine Werkstatt, der Sie mit gutem Gefühl Ihr Auto anvertrauen können, finden Sie bei uns in der Werkstattsuche

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