Ratgeber: Gut vorbereitet mit Hund und Katze in den Urlaub

Geschrieben von mw. Veröffentlicht in Tipps & Trends

Einfach losfahren und mal schauen, was kommt, ist bei Reisen mit Tieren keine gute Idee. Wichtig ist hierbei eine durchdachte Planung, denn begleitende Tiere haben nicht nur ihre eigenen Bedürfnisse, sondern benötigen auch eine gewissenhafte Vorbereitung. Wir versuchen, ein wenig Licht in den Dschungel der Vorplanung und Einreisebestimmungen zu bringen.

Weniger Stress für das Tier Quelle: ATU

Ein trauriger Blick aus dem Hundekorb suggeriert: „Lass mich nicht hier, ich bin auch ganz bestimmt brav… zu mindestens meistens“. Und wer kann und will denn da schon widerstehen, zumal es ja auch viel schöner ist, mit seinem treuen Begleiter den Urlaub zu verbringen.
Das sehen viele Autofahrer ähnlich, packen ihre Hunde und Katzen ins Auto und ab geht´s in den Urlaub. Damit die Reise angenehm und stressfrei verläuft, haben wir für Sie einen Ratgeber für das Reisen mit dem Tier zusammengestellt.

Diese Punkte sind bei der Reise mit Ihrem Tier zu beachten:

1. Hitze und direkte Sonneneinstrahlung vermeiden. Für die Tiere ist das Reisen im Auto unter Umständen eine starke Belastung, denn der Wärmehaushalt kann nicht selbst reguliert werden, d.h. das Tier kann sich nicht selbstständig  zu einem kühleren Platz begeben.
Hier können Sonnenschutzmatten- oder blenden Abhilfe schaffe, denn gerade im Fond eines Kombis kann, durch Sonneneinstrahlung in Verbindung mit mangelhafter Lüftung ein Hitzestau entstehen. Vermeiden Sie jedoch auch Zugluft, da diese die Gesundheit der Augen, Ohren und Schleimhäute von Hunden und Katzen stark beeinträchtigt.

2. Planen Sie ihre Fahrt für die kühlen Morgen- oder Abendstunden. Gerade Fahrten am frühen Morgen oder in den Abendstunden oder - im Idealfall - Nachtfahrten schonen das Tier. Eine ruhige Fahrt ohne Stop-and-go sorgt für eine ausgeglichene Reiseumgebung.

3. Denken Sie an ausreichend Wasservorräte für das Tier und ein passendes Trinkgefäss. Auch eine kleine Portion Futter macht Sinn, um einer Übersäuerung des Magens vorzubeugen. Nehmen Sie dafür das gewohnte Futter mit.

4. Pausen sind wichtig für Mensch und Tier. Planen Sie genügend Pausen ein, denn, genau wie bei uns Menschen, haben auch Hunde und Katzen einen ausgeprägten Bewegungsdrang. Und auch für einen Platz zur Erleichterung muss gesorgt werden, denn längere Fahrten ohne Pause werden sonst für das Tier zur Tortur.

5. Packen Sie eine kleine Reiseapotheke für das Tier. Gerade Medikamente, die das Tier für die Behandlung chronischer Krankheiten etc. braucht, dürfen nicht vergessen werden. Bei Tieren, die das Autofahren nicht gut vertragen, können Medikamente gegen die Übelkeit helfen; bei besonders aufgeregten Tieren unter Umständen sogar ein leichtes Beruhigungsmittel . Klären Sie das mit Ihrem Tierarzt ab.

6. Schaffen Sie eine gewohnte Umgebung. Das Tier sollte ausreichend Platz haben. Die gewohnte Decke, das Körbchen und das Spielzeug sorgen für eine unaufgeregte, heimische Umgebung. Viele negative Einflüsse der Autofahrt können dadurch schon gemildert werden.

7. Sichern Sie das Tier ausreichend. Hunde und Katzen gehören nicht in den Fußraum, da die Lüftung oder die Klimaanlage direkt auf das Tier einwirken. Lungenentzündungen, Ohrentzündungen und Gelenkprobleme sind die Folgen. Katzen kommen in eine Katzentransportbox . Hunde kann man, je nach Größe, in einer Transportbox, einen Transportkäfig oder durch ein stabiles Abtrenn-Netz oder -Gitter gesichert, im Fond unterbringen. Auch die Transportbox muss ausreichend mit Gurten oder einem Rückhaltesystem verzurrt und gesichert werden! Sollte kein Kombi vorhanden sein, kann der Hund auch mit speziellen Hundegurtsystemen auf der Rückbank untergebracht werden. Bei der Montage und Sicherung ihres Transportkäfigs kann ihre unabhängige Fachwerkstatt Hilfeleistung bieten.

8. Reiseprophylaxe gegen Parasiten. Gerade bei einer Reise in südliche Gefilde ist eine Vorsorge gegen Parasiten, die Krankheiten übertragen können, dringend notwendig. Kombi-Präparate und Spot-On Tropfen gegen Sandmücken, Flöhe, Stechmücken und Zecken sind unerlässlich. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt die passende Vorsorge für ihr Reiseland ab.

9. Beraten Sie sich mit Ihrem Tierarzt bezüglich zusätzlicher Impfungen gegen z. B. Katzenschnupfen, Katzenseuche, Parvovirose, Staupe und Leberentzündung.

10. Registrieren Sie Ihr Tier bei einem internationalen Suchdienst. Portale wie: www.tierregistrierung.de oder www.tasso.net können bei entlaufenen Haustieren eine wichtige Hilfestellung zum Auffinden und Zuordnen des Tieres über die Chip-Nummer bieten. Über diese Portale konnten schon viele Hunde und Katzen wieder zu ihren Besitzern zurückgeführt werden.

11. Erkundigen Sie sich im Vorfeld nach einem zuständigen Tierarzt an ihrem Urlaubsort. Suchen Sie sich gegebenenfalls gleich mehrere Adressen heraus, um eine sofortige Erreichbarkeit eines Tierarztes zu gewährleisten.

Quelle: Obs Allianz Deutschland AG

Einreisebestimmungen, Vorgaben, Impfungen & Co.

1. Innerhalb der EU dürfen pro Person höchstens 5 Heimtiere (Hunde, Katzen, Frettchen) mitgeführt werden. Die Tiere dürfen nicht für den Verkauf bestimmt sein, ansonsten gelten die Regelungen für den Handel mit Tieren.
Dabei darf die Höchstzahl von 5 Heimtieren überschritten werden, wenn die Tiere zum Zweck der Teilnahme an Wettbewerben, Ausstellungen und Sportveranstaltungen bzw. zum Training für solche Veranstaltungen transportiert werden. Es darf kein Besitzerwechsel stattfinden. Das Mindestalter der Tiere muss mindestens 6 Monate betragen. Zudem muss ein schriftlicher Nachweis über die Anmeldung zur bevorstehenden Veranstaltung muss vorliegen.

2. Das Tier muss mit einem elektronischen Transponder (Chip) gekennzeichnet sein.

3. Für den Reiseverkehr innerhalb der EU brauchen Sie für ihr Tier den EU-Heimtierpass. Dieser muss vom Tierarzt vollständig, inclusive vollständiger Besitzerangaben plus der Chip-Nummer, ausgefüllt werden.

4. Das Tier muss über einen tierärztlichen Nachweis über einen gültigen Impfschutz gegen Tollwut verfügen. Im Falle einer Erst-Impfung muss diese mindestens 21 Tage vor Grenzübertritt erfolgen. Wird eine Wiederholungsimpfung des Tieres erst nach Ablauf der Gültigkeitsdauer der letzten Impfung verabreicht, so entspricht diese Impfung in dem Fall einer Erstimpfung. Beachten Sie dabei, dass eine Tollwut-Impfung frühestens im Alter von 3 Monaten durchgeführt werden darf.

5. Ausserhalb der EU können bei der Einreise in Drittländer Impfungen oder Vorsorgebehandlungen, wie z. B. gegen Parasiten, verlangt werden. Informieren Sie sich deshalb bei den Konsulaten oder der Botschaft des jeweiligen Landes über die aktuellen Reisebestimmungen des Landes.

6. Sehr wichtig ist, dass bei der Rückreise aus einem ungelisteten Drittland eine Tollwut-Titer-Bestimmung vorhanden sein muss.  Dazu muss frühzeitig vor Antritt der Reise Blut vom Tierarzt eingeschickt und der Titerwert bestimmt werden.

7. Kontaktieren Sie möglichst frühzeitig das Konsulat oder die Botschaft des jeweiligen Drittlandes, um genaue Einreisebestimmungen abzuklären und die benötigten Dokumente zusammenzustellen. Auch ein möglichst frühzeitiger Kontakt zum zuständigen Veterinäramt ist wichtig, da oftmals ein amtliches,  vom Amtstierarzt ausgestelltes Gesundheitszeugnis vorhanden sein muss.

8. Informieren Sie sich bezüglich Einschränkungen der Leinenpflicht, Maulkorbpflicht, Benutzung von öffentlichen Stränden, Hundeverbote in Restaurants, Hotels und öffentlichem Nahverkehr des Reiselandes.

9. Beachten Sie die Einreisebestimmungen der EU-Länder mit verschärften Anforderungen. Besonders in Irland, Malta, Finnland und dem Vereinigten Königreich gelten verschärfte Anforderungen über antiparasitäre Behandlungen, insbesondere Echinokokken-Behandlung.
 
Informationen erhält man hier:

•    Großbritannien: Department for Environment Food and Rural Affairs
•    Malta: Ministry for Sustainable Development, the Environment and Climate Change
•    Irland: Department of Agriculture and Food
•    Finnland: Finnish Food Safety Authority Evira
 

Fazit

Alles für den Dackel, alles für den Club und alle zusammen in den Urlaub ..., das ist die Devise. Ist auch alles machbar, nur sollte man sich möglichst frühzeitig und intensiv mit der Vorbereitung beschäftigen. Informieren Sie sich möglichst früh und umfangreich. Gerade, wenn es in Nicht-EU-Länder geht, sind die Vorgaben zum Teil völlig anders gelagert und Papiere müssen früh beantragt werden. Beachten Sie auch Prophylaxe und Impfbestimmungen, dann steht einem prima Urlaub mit dem Wauzel oder der Katze nichts mehr im Weg. Und wenn Rat und Tat beim Einbau einer Transportbox gefragt sind, einfach bei Ihrer unabhängigen Kfz-Werkstatt nachfragen, die helfen Ihnen gerne weiter…

Übrigens… eine Werkstatt, der Sie mit gutem Gefühl Ihr Auto anvertrauen können, finden Sie bei uns in der Werkstattsuche

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Fotos dieses Artikels:
Quelle: ATU; Obs Allianz Deutschland AG

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