Dichtung oder Wahrheit: Welche Mythen rund um das Thema Benzin sind wahr, welche nicht?

Geschrieben von mw. Veröffentlicht in Tipps & Trends

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Um das Thema Benzin ranken sich viele Mythen, Halbwahrheiten und Fehlinformationen.  Wir haben diese Mythen genauer unter die Lupe genommen und verraten Ihnen, was die Wahrheit ist und was reine Erfindung.

Quelle: Aral AG

Benzin kann beim Tankvorgang überschwappen

Nur in voller Absicht kann man einen Tank „überfüllen“. Im Normalfall stellt sich die Tankpistole bei Erreichen eines vorbestimmten Füllstands automatisch ab. Nur mutwillig kann man dann durch kurze Tankstöße den Tank zum Überlaufen bringen. Allerdings kann ein komplett vollgetankter Wagen bei extremer Hitzeeinstrahlung, wie z.B. im Hochsommer ein wenig Benzin aus dem Tank verlieren, da sich der Sprit bei hohen Temperaturen ausdehnt.

Richtiges Fahrverhalten senkt den Spritverbrauch

Das ist richtig, denn wer gleichmäßig und niedertourig fährt, spart Sprit. Einsparungen von bis zu 30 % Kraftstoff sind so möglich. Nach dem Starten des Autos sollte man direkt losfahren, alsbald in den nächsthöheren Gang schalten und zügig beschleunigen. Bei einer Drehzahl von 2000 U/min kann man bereits die Gänge hoch schalten. Das spart Sprit, ebenso wie vorausschauendes, gleichmäßiges Fahren.

Quelle: Aral AG

Die Preise an Tanktafel und Zapfsäule unterscheiden sich. Der günstigste Preis gilt, stimmt das?

Darauf gibt es nur eine klare Antwort: Nein, denn der Preis an der Zapfsäule gilt. Sollten die Preise auf der Tanktafel und der Zapfsäule tatsächlich einmal unterschiedlich sein, so ist der angegebene Preis an der Tanksäule der maßgebliche.

Benzin lässt das Auto bei einem Unfall sofort explodieren

Das kennt man aus vielen Filmen: Ein Auto verunfallt und explodiert, durch das Benzin bedingt, bereits nach kurzer Zeit. Ist das auch in der Realität so? Nein, denn laut ADAC explodiert ein Auto äußerst selten. Ausschließlich dann, wenn bereits Benzin ausgetreten ist und sich ein zündfähiges Benzin- Luftgemisch gebildet hat, kann theoretisch die Möglichkeit einer Explosion gegeben sein.
Um seiner Pflicht am Unfallort nachzukommen, sollte man die Insassen eines verunfallten, brennenden Autos so schnell wie möglich bergen, in Sicherheit bringen und umgehend die Feuerwehr benachrichtigen.

Quelle: Shell Deutschland Oil GmbH

Markenbenzin ist qualitativ hochwertiger als Sprit von freien Tankstellen

Viele namhafte Markenhersteller von Benzin werben mit der Hochwertigkeit ihrer Produkte. Gestärkt werden soll dieser Eindruck durch das Zuführen von Additiven in das Benzin zur Optimierung von Leistungs- und Verbrauchswerten des Motors. Letztendlich können diese Leistungsversprechen im Alltagsbetrieb kaum nachgeprüft werden. Heutzutage werden die Benzinsorten für freie- und Markenhersteller in den gleichen Raffinerien hergestellt. Alle in Deutschland angebotenen Benzinsorten unterliegen gesetzlich festgelegten Kraftstoffnormen und bieten grundsätzlich die gleiche Qualität.

 Tanken ist Montags günstiger

Das war vielleicht früher so, heute stimmt das nicht mehr. Allenfalls im Tagesverlauf variieren die Preise für das Benzin stärker, innerhalb der Wochentage sind die Differenzen klein. Um günstig zu tanken sollte man zwischen 18 und 20 Uhr die Tankstelle anfahren.

Tankstellen-Apps helfen sparen

Das stimmt tatsächlich, denn Apps wie „ADAC Spritpreise“ oder die „TankenApp“ von T-Online.de
können tatsächlich dazu beitragen, die günstigste Tankstelle in der Umgebung zu finden. Vergleichen Sie die angebotenen Apps auf ihre Aktualität, Leistungsumfang und den Preis, denn nicht jede App hält, was sie verspricht. Achten Sie auch darauf, von wann der Eintrag in der App ist, denn nicht alle Angaben sind aktuell. Je mehr Verbraucher an günstigen Tankstellen tanken, desto mehr geraten die Preise unter Druck.

Quelle: Aral AG

Günstiges Benzin kann man lagern

Das sollte man tunlichst vermeiden, denn das Einlagern von Kraftstoff im Übermass ist verboten. In privaten Haushalten dürfen 100 Liter Diesel und ein Liter Benzin gelagert werden, in Garagen dürfen 200 Liter Diesel und 20 Liter Benzin in dafür vorgesehenen Behältern aufbewahrt werden. Darüber hinausgehende Mengen sind illegal, Verstöße werden vom Gesetzgeber streng geahndet.

Zucker im Benzin zerstört den Motor

Ein Mythos, der sich seit den siebziger Jahren hält, den man so jedoch nicht stehen lassen kann. Auch wenn der Mythos einem durchaus einleuchtend erscheint, eingefüllter Zucker bleibt, so haben Testversuche gezeigt, meist auf dem Boden des Tanks liegen und vermischt sich nicht mit dem Treibstoff. Sollte der Zucker trotz allem in die Leitungen gelangen, wird er zunächst den Benzinfilter und danach die Einspritzdüsen verstopfen. Dann geht wirklich nichts mehr.
Falls man selbst von einer solchen Tat betroffen ist, sollte man das Auto nicht mehr starten und seine freie Werkstatt anrufen. Dort kann man den Schaden abschätzen und die weitere Vorgehensweise direkt abklären.

Quelle: AUTOFAHRERSEITE.EU Mobiltelefone an der Tankstelle lassen Autos explodieren

Horrormeldungen von vermeintlichen handybedingten Autoexplosionen hinterlassen ein unsicheres Gefühl beim Tanken. Von daher ist es verständlich, dass immer wieder gefragt wird: „Was ist, wenn jetzt jemand telefoniert, kann da was passieren?“ Zunächst einmal ist das Telefonieren an Tankstellen gesetzlich untersagt. Das ist Fakt.
Theoretisch kann, wenn ein fallengelassenes Handy auf den Boden trifft, Funkenschlag entstehen, sagt der TÜV Nord. Einen entsprechenden Fall hat es jedoch noch nicht gegeben. Durch die kompakten Akkus, die wenige Spannung enthalten, ist das Kurzschlussrisiko und damit die Gefahr der Funkenbildung um einiges gemildert. Zudem ist bei bei vielen Handys der Akku heutzutage so fest eingebaut, das er kaum herausfallen kann. Beachten Sie trotzdem das geltende Telefonverbot!

Zu wenig Luft im Reifen kostet Benzin

Das ist soweit richtig, denn sollten die Reifen des Autos nur um 0,2 bar unter dem Normdruck liegen ergibt sich daraus ein Mehrverbrauch von ca. 1 Prozent. Das resultiert aus dem erhöhten Rollwiderstand des Fahrzeugs und dem damit verbundenen gestiegenen Kraftaufwand des Motors. Experten raten daher, den Luftdruck 1x pro Monat zu überprüfen.

Quelle: Shell Deutschland Oil GmbH

Reiche Tankstellenpächter durch Benzin

Der Benzinpreis ist gestiegen und viele denken, jetzt geht´s dem Tankstellenpächter so richtig gut. Schließlich nimmt er ja mehr ein, oder?
Die Annahme ist falsch, denn von jedem Liter Sprit bleiben dem Pächter gerade mal ca. 5 Cent übrig. Und von diesen gehen dann noch Kosten und Abgaben für Vertrieb, Tankstellenpacht, Transport etc. ab. So bleiben dem Pächter gerade mal ein bis zwei Cent Gewinn pro Liter übrig. Ein Großteil seines notwendigen Gewinns muss der Tankstellenpächter aus dem Warenangebot und den Zusatzleistungen, wie z.B. der Waschanlage, erwirtschaften.

Fazit

Nicht alles ist frei erfunden, denn manche Mythen überraschen mit ihrem Wahrheitsgehalt. Andere wiederum sind bloßer Unfug. Lassen Sie sich also von Ammenmärchen bezüglich des Sprits genauso wenig ins Bockshorn jagen, wie durch andere Auto-Mythen …

mw

Fotos dieses Artikels:
Quelle: Aral AG; Shell Deutschland Oil GmbH; AUTOFAHRERSEITE.EU

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