E-Mobility: 4000 Euro-Prämie für jeden Elektro-Neuwagen

Geschrieben von mw. Veröffentlicht in Auto & Geld

Quelle: NissanQuelle: Nissan

Mit großen Schritten in die Zukunft: Ab Mai 2016 gibt es 4000 Euro Bezuschussung für ein neu angeschafftes E-Auto, Hybridfahrzeuge werden mit 3000 Euro gefördert. Darauf haben sich Bundesregierung und Autoindustrie jetzt geeinigt.

Die Zukunft im Blick

Auch wenn in puncto Forschung und Weiterentwicklung von E-Antrieben noch Handlungsbedarf besteht, sind die Weichen bereits gestellt. Zukünftig werden immer mehr E-Autos auf den Straßen unterwegs sein. 25.502 E-Autos sind 2016 laut Statista in Deutschland unterwegs, im Vergleich dazu waren es 2012 waren es nur 4.541.

Und wohin die Reise geht, zeigt die Gesetzgebung: 2015 wurden bereits die gesetzliche Grundlagen für E-Mobilität erweitert. EmoG ist das Kürzel für das neue Elektromobilitätsgesetz, das ab dem 5. März 2015 Gültigkeit besitzt. Mit dem neuen Gesetz sollen sogenannte Elektroautos (Elektrofahrzeug, Batterieelektrofahrzeug, Hybridelektrofahrzeuge und Brennstoffzellenfahrzeug) zusätzliche Erleichterungen im Alltag erhalten, die Schwerpunkte liegen hierbei in der möglichen Mitbenutzung von Busspuren, mehr gesonderte Parkflächen mit Ladestationen im Straßenraum sowie der Zulassung von Einfahrten in Fußgängerzonen. Wir berichteten »

So liegen die Pläne auf dem Tisch - in Deutschland sollen bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos auf den Straßen unterwegs sein, die durch 15.000 neugeschaffene Ladestationen versorgt werden.  Das Ladenetz soll in den Städten und auf den Autobahnen erweitert werden. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt sagt dazu: „Wir errichten an den Autobahnraststätten mehr als 400 Schnellladestationen, durchschnittlich alle 30 Kilometer eine“ und „Damit ist es künftig möglich, mit einem Elektrofahrzeug von der Nordsee bis an die Zugspitze zu fahren.“  In einer Kooperation der Bundesregierung mit dem Autobahn-Raststättenbetreiber Tank & Rast sollen bis 2017 die geplanten Ladesäulen installiert werden. Hier unser Artikel »
Selbst Discounter wie Aldi planen Ladestationen auf ihren Parkplätzen und verschenken den Strom ».

Für viele Autofahrer bereits eine Alternative

Die Modellpalette ist momentan zwar noch überschaubar bietet aber für die verschiedenen Einsatzzwecke durchaus die passenden Lösungen. Vom kleinen Mini-Stadtflitzer Renault Twizy 45 Life (ca. 6.950 €) über den Smart fortwo/ forfour electric drive (neue Version in 2016, Preise sind noch nicht bekannt, Vorgängermodell ab ca. 20.000 €), dem CITROËN C-Zero (ab 19.390,00 €) über das mit ca. 200.000 Einheiten weltweit meistverkaufte E-Auto Nissan Leaf (ab ca. 23.400 €), dem  Toyota Auris (ab 22.950 €) bis zum VW e-Golf (ca. 34.900 €) bis zum BMW i3 (ca. 34.950 €) und dem weltweit 400.000 mal vorbestellten Tesla Model 3, der voraussichtlich Anfang 2017 in Deutschland ausgeliefert wird, ist für die verschiedensten Anforderungen ein passendes Modell dabei. Und die Auswahl auf dem Markt ist noch wesentlich größer, dazu kommen auch noch die Hybridfahrzeuge, die aktuell von vielen Fahrzeugherstellern angeboten werden.

Konsens für die Förderung

Monatelang hatte man an den Details der Förderung gearbeitet, jetzt gab es einen Konsens, der für alle Förderbeteiligten tragbar ist. Die Ergebnisse der vorausgegangenen Verhandlung im Kanzleramt gaben nun Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) auf einer Berliner Pressekonferenz bekannt. Der Bund (letztendlich unsere Steuern!) und die Fahrzeughersteller (VW, BMW und Daimler) werden voraussichtlich jeweils zur Hälfte für die Kosten von ca. 1,2 Milliarden Euro aufkommen.

Dabei gibt es durchaus Kritik an der Förderung durch Steuergelder, wie z.B. die Zeit zitiert: der Chef des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo), Clemens Fuest halte den Kaufanreiz „für einen schweren Fehler“. Die Industrie sollte besser auf anderen Wegen unterstützt werden. „Die 600 Millionen Steuergelder wären besser in der Erforschung und Entwicklung neuer Umwelttechnologien angelegt.“ so Fuest.

Hier die wichtigsten Punkte der Förderung im Überblick:

  1. Förderung:
    Reine E-Autos werden mit 4.000 Euro bezuschusst, Hybrid-Kfz bekommen eine Förderung von 3.000 Euro. Die Förderung läuft ab Mitte Mai und soll bis 2020 auslaufen. Insgesamt reicht der Fördertopf dabei für ca. 400.000 Kfz. Fahrzeuge mit einem Listenpreis oberhalb 60.000 Euro für die Basisversion werden nicht gefördert. Die Förderung besitzt einen Umfang von 1,2 Milliarden, die Kosten werden zu gleichen Teilen zwischen Autoherstellern und Bund aufgeteilt.

  2. Ladestationen:
    Mit ca. 300 Millionen wird der Ausbau der 15.000 geplanten Ladestationen vorangetrieben, die Umsetzung soll von 2017 bis 2020 erfolgen. Zwei Drittel der Förderung fließt dabei in die Errichtung von Schnellladestationen, ein Drittel dient zur Finanzierung der herkömmlichen Ladeinfrastruktur.

  3. Fuhrpark für den Bund:

Der Anteil der Autokäufe für den Bund soll ab dem Jahr 2017 20 Prozent betragen. 100 Millionen Euro werden dafür zur Verfügung gestellt.
 

Fazit

Grundsätzlich ist eine Förderung von emissionsarmen Pkw eine gute Sache, dient sie doch der Umwelt. Wichtig ist, die klassischen Verbrennungsmotoren nicht aus dem Blick zu verlieren, denn hier könnte man für besonders emissionseffiziente Kfz einen finanziellen Anreiz für den Verbraucher schaffen.

Eine Förderung der Forschung nach günstigen, effizienten Kat-Nachrüstmöglichkeiten für ältere Fahrzeuge, die den Umweltauflagen nicht mehr gerecht werden, wäre eine sinnvolle Sache. Denn nicht jeder kann sich alle paar Jahre ein neues Fahrzeug kaufen, um in geplante Umweltzonen einfahren zu dürfen (s. blaue Plakette). Und davon würden zusätzlich die freien Werkstätten profitieren und weitere Arbeitsplätze schaffen können. Und bei den vielen Vorteilen, die E-Autos zweifellos in der Zukunft haben werden, ist es wichtig, alternative Energiegewinnung voranzutreiben, damit eine geplante Mobilitätswende mit genügend Strom versorgt werden kann, der nicht aus umweltbelastenden Kraftwerken stammt.

Gerade die Umweltbilanz der E-Autos ist im Auge zu behalten, denn die Herstellung z.B. der Akkusysteme beinhaltet das Schürfen nach Schwermetallen, was ganze Landschaften in Mitleidenschaft zieht. Ebenso ist ein Recycling-System wichtig, damit alte Kfz-Akku umweltgerecht wiederaufbereitet oder entsorgt werden können.

Vieles ist noch unklar, aber die Errichtung von 15.000 Ladestationen ist ein Schritt in die richtige Richtung. Die 5000 Euro Förderung sind dabei nur ein Zubrot, um den Kaufinteressierten noch einen kleinen finanziellen Anreiz zu geben. Das hätte man vielleicht besser etwas später angehen können, wenn das Versorgungsnetz bereits steht und neue Modelle auf dem Markt vorhanden sind.

In dem Sinne: eine gute Fahrt wünscht AUTOFAHRERSEITE.EU.

Übrigens… eine Werkstatt, der Sie mit gutem Gefühl Ihr Auto anvertrauen können, finden Sie bei uns in der Werkstattsuche

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