Achtung: Betrug durch Nachlass bei Autoglas-Reparatur!

Geschrieben von mw. Veröffentlicht in Versicherung

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Den Kunden für Werbezwecke des Betriebs einspannen, dafür einen Nachlass auf die Rechnung geben, aber als Betrieb das Ganze komplett bei der Versicherung abzurechnen, das ist eine Praxis, die zu einem Urteil des OLG Köln führte …

Autoglaser mit eigenwilligem Geschäftsgebaren

Eine Autofahrerin hatte einen Steinschlag an der Windschutzscheibe und beauftragte einen Autoglaser-Betrieb mit der Beseitigung des Schadens. Dieser Betrieb bietet Versicherungen für private Pkw unter anderem gegen Glasschäden an, wobei in diesem Fall in den Versicherungsbedingungen eine Selbstbeteiligung von 150,00 € vorgesehen war.

Den Autofahrer selbst sollten allerdings keine zusätzlichen Kosten durch die Zahlung des Selbstbeteiligungs-Betrags entstehen. Deshalb wurde dem Kunden ein Werbeaufkleber auf der Windschutzscheibe seines Fahrzeugs angebracht mit der Auflage, ihn für zwölf Monate im Alltag zu bewegen. Im Gegenzug dazu würde dem Kunden der Selbstbeteiligungs-Betrag seiner Rechnung rückvergütet.

Der Betrag wurde allerdings nie vom Kunden gefordert; bei der Kasko-Versicherung rechnete der Autoglaser die an ihn abgetretenen Ansprüche aus der Kfz-Kaskoversicherung aber so ab, als wäre die Selbstbeteiligung von 150 Euro tatsächlich vom Kunden gezahlt worden. Nachdem das Versicherungsunternehmen von dieser Praxis Kenntnis bekam, klagte es auf Unterlassung, Auskunft, Feststellung der Schadensersatzpflicht und Ersatz der Abmahnkosten.

Wie lautet der Gerichtsentscheid?

Das OLG Köln entschied, dass die Gewährung eines verdeckten Nachlasses durch einen Autoglaser, welcher in Höhe der Selbstbeteiligung der Teilkaskoversicherung liegt, unzulässig ist. Diese Verhaltensweise stellt eine unerlaubte Handlung gegenüber der Versicherung dar, die zur Unterlassung und zum Schadensersatz verpflichte. Festgestellt wurde weiterhin, dass diese vertragliche Konstruktion nur dazu diene, dem Kunden die Selbstbeteiligung vollständig zu erstatten, ohne dies der Versicherung mitzuteilen. Die Bezahlung der tatsächlich angefallenen Reparaturkosten würde dabei vollständig der klagenden Versicherung aufgebürdet.

Konkret bedeutet das, dass eine Kfz-Werkstatt, die bei einer Autoglas-Reparatur Ihrem Kunden einen Nachlass in Höhe der Selbstbeteiligung einräumt, dem Versicherungsunternehmen dies auch mitteilen muss. Ansonsten handelt es sich, laut einem Urteil des Oberlandesgerichts Köln (Az: 6 U 93/12) zufolge, um Betrug.

Fazit

Auch wenn die überwiegende Mehrzahl der Autoglas-Betriebe korrekt und im Sinne des Kunden arbeiten, sind solche Praktiken unlauter und schlagen sich irgendwann in höheren Versicherungsbeiträgen für den Autofahrer nieder. Deshalb empfehlen wir ihnen unsere Werkstattsuche, denn bei vielen angeschlossenen Betrieben kann eine Glasreparatur fachmännisch, korrekt und unkompliziert durchgeführt werden. Eine allzeit gute Fahrt wünscht AUTOFAHRERSEITE.EU.

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