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Fahrverbote: So kommen Wohnmobile wieder in die Stadt

Geschrieben von cm. Veröffentlicht in Umwelt

Quelle: AUTOFAHRERSEITE.EUQuelle: AUTOFAHRERSEITE.EU

Bei der Nachrüstung von Dieselfahrzeugen mit umweltschonender AdBlue-Technologie kamen bislang vor allem Busse und schwere Lieferfahrzeuge zum Zug. Mittlerweile gelangen jedoch auch Lösungen für Kleintransporter auf den Markt. Gute Nachrichten für Handwerker in stark belasteten Städten, doch auch Wohnmobilbesitzer könnten davon bald profitieren…

Der Begriff Hardware-Nachrüstung kursiert nun schon seit Jahren in den Medien, wenn es um Fahrverbote und die Dieselkrise geht. Gemeint ist damit der Einbau zusätzlicher Abgasreinigungssysteme, mit denen besonders die Stickoxid-Emissionen reduziert werden sollen. Der Ausstoß dieser Reizgase ist Auslöser für Dieselfahrverbote in mehreren großen Städten.

Darunter leiden neben Anwohnern und ortsansässigen Betrieben auch viele Wohnmobilbesitzer, die sich berechtigte Sorgen um ihre Urlaubspläne und den Wert ihrer Reisemobile machen. Denn die Heime auf Rädern werden aller Regel von Diesel-Aggregaten angetrieben und sind damit zurzeit aus manchen Stadtgebieten verbannt.

Nachrüstspezialisten schaffen Abhilfe

Doch das muss nicht so bleiben. Zumindest, wenn es nach dem Automobilzulieferer HJS aus dem Sauerland geht. “Viele Reisemobile sind quasi Familienmitglieder und weisen nur einen sehr geringen Tachostand auf. Ein Neukauf kommt da oft einfach nicht in Frage“, sagt Philipp Schulte, Mitglied der Geschäftsleitung des Unternehmens: “Daher ist es uns ein besonderes Anliegen, für diese Fahrzeuge passende Lösungen zu entwickeln.“

HJS ist übrigens bei der Nachrüstung von Abgasreinigung alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. Der Betrieb entwickelt und fertigt seit 1976 hochwertige Abgaskomponenten und hat seit den 1990er Jahren erfolgreich Nachrüstkatalysatoren auf den Markt gebracht. Zu dieser Zeit begann das Unternehmen auch mit der Entwicklung von AdBlue-Systemen. Im Jahr 2001 meldete das Unternehmen gemeinsam mit der Daimler AG und dem britischen Konzern Johnson Matthey die SCR-Technologie (Selective Catalytic Reduction, engl. gezielte katalytische Reduktion) zum Patent an. Mit Hilfe dieser Technologie, deren Einbau ins Fahrzeug auch nachträglich möglich ist, können die Stickoxid-Emissionen des Fahrzeugs signifikant gesenkt werden.

Wie funktioniert die SCR-Technologie?

In einem Spezialkatalysator wird kontrolliert eine kleine Menge Ammoniak (NH3) in das Abgas eingeleitet. Dies geschieht über eine Harnstoff-Lösung (Markenname AdBlue), in welcher das Ammoniak sicher gebunden ist. Unter den besonderen chemischen und physikalischen Bedingungen im Katalysator reagiert Ammoniak mit giftigen Stickoxiden (z. B. NO2) aus dem Abgas zu Stickstoff (N2) und Wasser (H2O). Beides sind ungefährliche Stoffe, die uns in der Umwelt täglich begegnen.

Bereits im März 2018 bestätigte der ADAC die Wirksamkeit von nachträglich eingebauten AdBlue-Systemen. Der Stickoxidausstoß des für den Test von HJS nachgerüsteten Fiat Ducato sank im Realversuch deutlich.

Das folgende Video erklärt die Funktionsweise eines SCR-Katalysators im Kontext des Abgassystems:

Es kommen ausschließlich geprüfte Serienteile zum Einsatz

Der besondere Clou der Nachrüstsysteme von HJS besteht darin, dass darin ausschließlich Bauteile zum Einsatz kommen, die in Euro 6-Fahrzeugen bereits Serie sind. Das bedeutet: Jedes dieser Teile ist vom Fahrzeughersteller geprüft und der Einfluss des eingebauten Systems auf den Rest des Fahrzeugs ist ausgesprochen gering. In der Folge muss das Fahrzeug laut HJS daher nicht häufiger zur Wartung in die Werkstatt als vor dem Einbau. Die Reichweite pro Tankfüllung mit AdBlue wird sich mit mehr als 10.000 Kilometern in einem ähnlichen Bereich bewegen, wie bei einem Serienfahrzeug.

Die zusätzliche Abgasreinigung arbeitet eigenständig und muss daher nicht aufwendig in das Motorsteuergerät encodiert werden. Somit bleiben die Gewährleistungs- und Garantieansprüche für das Fahrzeug erhalten. Den Einbau kann jede qualifizierte Fachwerkstatt durchführen; mit rund 5000 Euro liegen die Kosten dafür weit unter denen für die Neuanschaffung eines Wohnmobils.

Fazit

Für Wohnmobil-Fans und -Besitzer, die sich Gedanken um Fahrverbote machen, kann eine Nachrüstung mit AdBlue durchaus die gesuchte Lösung sein. Sie ist viel günstiger, als ein Neukauf und erhält bei der Verwendung von Komponenten, wie sie HJS anbietet, sogar die Herstellergarantie. Weitere Informationen bekommen Sie selbstverständlich in Ihrer unabhängigen Kfz-Werkstatt. Die dortigen Fachleute können Sie auch umfassend dazu beraten, welche Nachrüstsätze für Ihr Fahrzeug verfügbar sind.

Übrigens… eine Werkstatt, der Sie mit gutem Gefühl Ihr Auto anvertrauen können, finden Sie bei uns in der Werkstattsuche

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