WM: Autokorso, Fanartikel, Bußgelder – das müssen Sie wissen

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Quelle: Angelika Emmerling / ACEQuelle: Angelika Emmerling / ACE

Endlich rollt der Ball wieder. Die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland (14. Juni bis 15. Juli) versetzt vielen Fans in den Ausnahmezustand. Häuser, Balkone und auch Fahrzeuge werden mit bunten Fähnchen, Flaggen und anderen Fanartikeln geschmückt. Für das Fan-Equipment und für Autokorsos gibt es Regeln, die zu beachten sind. Wir klären Sie auf...

Wie zu jedem großen Fußballturnier werden die Straßen immer bunter. Ein echter Fußballfan schmückt sein Auto zur WM wieder in den Landesfarben. Das Angebot an Fanartikeln ist inzwischen riesig: Ob Fähnchen, Aufkleber, Minitrikots, Spiegelsocken, Wimpel oder die Wischerhand. Die Auswahl und Vielfalt an Deko-Artikeln wird von Turnier zu Turnier immer größer.

Der Schmuck hält nicht bei jedem TempoQuelle: Angelika Emmerling / ACE

Dennoch gilt: Die Fan-Gimmicks müssen richtig angebracht sein und dürfen nicht zur Gefahr werden. In Deutschland ist es grundsätzlich erlaubt, sein Auto mit Fahnen zu schmücken. Aber: Die Sicht des Fahrers darf nicht gestört sein. Die Deko muss außerdem so fixiert sein, dass sie sich nicht lösen und andere gefährden kann.

Fast schon ein Klassiker sind die Fähnchen, die einfach an den Seitenscheiben eingeklemmt werden. Allerdings fehlen bei den Flaggen meist eine Montageanleitung oder Warnhinweise. Ab 50 km/h biegt sich der dünne Plastikstab nach hinten. Bei einer Geschwindigkeit von ungefähr 100 km/h wehen die Fähnchen schon davon, wie ein zeigte ein Auto Club Europa (ACE)-Test auf. Die Autobahnen werden dadurch unfreiwillig bunter und durch die abgeflogenen Fahnen vermüllt. Daher gilt: Mit Fähnchen sollte man nur im Stadtverkehr fahren und sie vor der Autobahnfahrt abnehmen. Grundsätzlich: Das Schwenken von Fahnen aus dem Fenster ist offiziell verboten.

Nur mit dem richtigen Halt

Die Magnetflagge, die an die Tür gemacht wird, soll bis maximal 120 km/h halten. Selbst bei Geschwindigkeiten über 200 km/h bleiben die Magnetflaggen an ihrem Platz. Vor der Fahrt auf die Autobahn sollten diese aber dennoch sicherheitshalber abgenommen werden.

Wachsender Beliebtheit erfreut sich der Motorhaubenbezug. Bei dem Fanartikel ist besonders die richtige Größe entscheidend. Wird der Bezug gut befestigt und wirft keine Falten, so ist dieser bombenfest und flattert oder verschiebt sich nicht, auch nicht bei höheren Geschwindigkeiten.

Die magnetische Fanflosse wird vom Hersteller nur bis zu Geschwindigkeiten von 130 km/h empfohlen. Bei Sturm und Wind ist es ratsam auf die Fanflosse zu verzichten. Außerdem sollen sich Menschen mit Herzschrittmacher von dem Magneten fernhalten, auch beim Hantieren mit Kreditkarten und Datenträgern in der Nähe der Flossen ist Vorsicht geboten. Es droht ein Datenverlust. Zudem muss darauf geachtet werden, ob das Dach oder anderen Stellen am Auto wirklich magnetisch sind. Die Fanflosse sollte vor Autobahnfahrten abgenommen werden.

Nicht alles ist geeignet

Als besonders kritisch sind die Spiegelsocken zu erachten. Besonders bei Fahrzeugen mit integrierten Blinkerleuchten im Spiegel ist von der Montage abzuraten. Laut Straßenverkehrsordnung darf der Blinker nicht verdeckt und die Spiegelfläche nicht beeinträchtigt sein. Zudem droht durch das Abdecken des Spiegels ein Systemausfall von Totwinkel-, Verkehrszeichen- und Fernlichtassistent sowie des elektronischen Stabillitätsprogramms (ESP). Außerdem neigen die Überzieher dazu sich bei falscher Montage in den Fahrtwind zu verabschieden.

Quelle: Angelika Emmerling / ACEÄhnliches gilt für die Heckscheibenwischerhand. Zwar sorgt dieser Deko-Artikel für Aufheiterung der nachfolgenden Fahrer bei Regenwetter, aber der Halt ist bedenklich. Laut eines ACE-Tests hat die Hand die Belastungsprobe nicht bestanden. Lediglich im Stand hielt diese bedenkenlos. Doch nach ungefähr fünfmal Wischen verabschiedete sich die Hand.

Feiern im Autokorso  – was ist erlaubt?

Streng genommen sind Autokorsos untersagt. Denn: Laut §30 der Straßenverkehrsordnung (StVO) ist das unnütze Hin- und Herfahren innerhalb geschlossener Ortschaften verboten und kann mit einem Verwarnungsgeld von mindestens 20 Euro geahndet werden. Eigentlich müsste der Korso als Veranstaltung angemeldet und genehmigt werden.

Auch pausenlose Huporgien und das dauerhafte Einschalten der Warnblinkanlage sind ebenfalls eigentlich Ordnungswidrigkeiten. Beschweren sich Anwohner über den Lärm, kann die Polizei einen Korso auflösen und Bußgelder verhängen (allgemeines Rücksichtnahmegebot) - dann werden mindestens 35 Euro fällig.  

Anders sieht es dagegen bei Gefährdungen, groben Verkehrsverstößen und Straftaten aus. Alkohol am Steuer - bereits ab 0,3 Promille - oder das Überfahren roter Ampeln werden trotz Schneckentempo und auch während der WM mit Bußgeldern und Punkten in Flensburg belegt.

Versicherungsschutz erlischt

Während des Korsos müssen alle Fahrzeuginsassen angeschnallt bleiben – selbst bei Schrittgeschwindigkeit. Zudem sollten Sie sich auch nicht aus dem Fenster, dem Schiebedach oder Cabrio lehnen, denn neben der hohen Unfallgefahr droht zusätzlich das Erlöschen des Versicherungsschutzes. Passiert den Mitfahrern etwas, haftet in der Regel der Fahrer für den Schaden. Liegt die Schuld aber ganz eindeutig beim Mitfahrer, kann er im Einzelfall selbst verantwortlich sein. Die Krankenkasse trägt die Behandlungskosten in jedem Fall. Und: Die maximale Personenzahl in einem Auto darf natürlich auch nicht überschritten werden.

Grundsätzlich springt die Haftpflichtversicherung ein, wenn sich ein Schal oder eine Fahne löst und dadurch ein Schaden an einem anderen Fahrzeug verursacht wird. Falls sich der Verursacher allerdings nicht ermitteln lässt, müssen die Geschädigten selbst für den Schaden aufkommen.

Fazit:

Bei der WM gehört der Autokorso für viele zum Feiern eines Sieges dazu. Man sollte allerdings einige Verhaltensregeln beachten. Das Auto darf mit Fanutensilien geschmückt werden, dabei sollte der Fahrer aber stets freie Sicht haben. Es droht ein Bußgeld von 60 Euro, wenn von der Ladung - Fensterflaggen und andern Utensilien - eine Gefährdung ausgeht. Die richtige Befestigung der Deko-Elemente ist daher Pflicht. Bei Überland- und Autbahnfahrten sollten Fähnchen, Spiegelsocken und Co. abgenommen werden. Die hohen Geschwindigkeiten sind nicht das Hauptproblem, sondern der Wind, die seitlichen Stöße und der Sog, der beim Überholen von Lkw oder auf Brücken entstehen kann. Die StVO ist trotz der „Ausnahmesituation“ zu beachten. Verstöße werden mit Strafen geahndet. Erfahrungsgemäß gilt, dass die Polizei während der WM manchmal ein Auge zudrückt - verlassen sollte man sich darauf aber nicht unbedingt.

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Quelle: Angelika Emmerling / ACE


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