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Fahrerassistenzsysteme: So wichtig ist die Kalibrierung

Geschrieben von cm. Veröffentlicht in Reparatur

Quelle: AUTOFAHRERSEITE.EUQuelle: AUTOFAHRERSEITE.EU

Mittlerweile ist fast jedes vierte Auto in Deutschland mit sogenannten Fahrerassistenzsystemen ausgestattet. Diese Systeme sollen mithilfe von Kameras und Sensoren dazu beitragen, den Straßenverkehr sicherer zu machen. Sie tun dies beispielsweise, indem sie den Fahrer vor drohenden Gefahren warnen oder selbst eingreifen und eine Notbremsung einleiten. Doch nicht jeder weiß: Damit sie ihre Aufgabe erfüllen können, müssen diese komplexen Systeme herstellerkonform kalibriert und eingestellt werden.

Moderne Fahrzeuge wie dieser Audi verfügen über eine Vielzahl von Assistenzsystemen mit ihren jeweiligen Kameras und Sensoren.Quelle: Audi AGErweiterte Fahrerassistenzsysteme sind heute in schätzungsweise 70 bis 80 Prozent aller Neuwagen an Bord. Spätestens in einigen Jahren wird dieser Wert auf 100 Prozent steigen, denn ab dem Jahr 2022 wird eine Vielzahl von ihnen aufgrund einer EU-Verordnung Pflicht.

Bekannte und weitverbreitete Fahrerassistenzsysteme sind unter anderem Spurhalteassistenten, Notbremsassistenten, Toterwinkelwarner und Einparkhilfen. Klar ist: Jeder dieser elektronischen Helfer kann nur dann auf eine Gefahrenquelle reagieren, wenn die Fahrzeugelektronik im Hintergrund die Gefahr rechtzeitig registriert hat. Damit diese Systeme ordnungsgemäß funktionieren können, brauchen Sie also Daten und Informationen darüber, was um das Auto herum geschieht. Aus diesem Grund verfügen moderne Autos über Kameras, die sich in der Regel in der Frontscheibe befinden, sowie andere Sensoren und Messfühler, die beispielsweise mit Radar- oder Schallwellen arbeiten.

Ohne genaue Daten kann kein System arbeiten

Liefern diese elektronischen Sinnesorgane jedoch falsche Informationen, weil sie defekt sind oder nicht richtig eingestellt sind, kann es gefährlich werden. In dieser Situation fällt die Fahrzeugelektronik möglicherweise eine dramatische Fehlentscheidung und die kann den drohenden Unfall nicht verhindern – oder verursacht durch ihr Eingreifen sogar selbst einen Zusammenstoß.

Das nachfolgende Fallbeispiel zeigt auf, wie kritisch der Sachverhalt zu sehen ist:

An einem Audi wurde nach einem Scheibentausch das Kamerasystem des Notfallbremsassistenten (Audi pre sense) nicht kalibriert. Im Fahrbetrieb erkannte der Audi anschließend in einer lang gezogenen Rechtskurve ein entgegenkommendes als vorherfahrendes Fahrzeug und löste eine Notbremsung aus. Der nachfolgende Autofahrer konnte nicht rechtzeitig reagieren und fuhr auf den Audi auf. Bei der Ermittlung der Unfallursache stellte sich anschließend eine Abweichung des Kamerasystems um 0,5 Grad zum Sollwert heraus. Durch eine herstellerkonforme Kalibrierung wäre der Unfall also vermieden worden.

Für Achsvermessung und Kalibrierung kommen heute Hightech-Systeme wie dieses zum Einsatz.Quelle: AUTOFAHRERSEITE.EUDamit dies nicht passieren kann, haben die Fahrzeughersteller strenge Regeln aufgestellt, nach denen die Fahrassistenzsysteme sowie die dazugehörigen Kameras und Sensoren geprüft, eingestellt und kalibriert (d.h. justiert) werden müssen. Diese Arbeitsschritte werden in der Regel dann notwendig, wenn an den Messfühlern und Kameras selbst oder in ihrer unmittelbaren Nähe gearbeitet wurde. Dies trifft beispielsweise beim Austausch der Frontscheibe zu. Es gibt jedoch eine Vielzahl weiterer Reparaturen, teilweise an ganz anderen Baugruppen, die ebenfalls Kalibrier- und Einstellarbeiten notwendig machen. Dazu zählen neben einigen Fahrwerksarbeiten besonders Instandsetzungen bestimmter Karosserieteile und viele weitere alltägliche Aufträge in der Werkstatt. Oft muss vor der aufwendigen Kalibrierung selbst eine Achsvermessung durchgeführt werden, da die Hinterachse spurführend ist.

Wer nicht kalibrieren lässt, gefährdet sich und andere

Es gibt leider immer wieder Fälle, in denen Autobesitzer darauf bestehen, dass vorgegebenen Kalibrier-, Prüf- und Einstellarbeiten nicht durchgeführt werden, obwohl sie eigentlich dringend notwendig und vorgeschrieben sind. Dies oftmals, weil sie Geld sparen möchten oder glauben, derartige Arbeiten sei generell nicht notwendig. Das ist jedoch ein Irrtum!

Wer bewusst auf die Kalibrierung verzichtet, gefährdet sich und andere und setzt außerdem wegen grober Fahrlässigkeit seinen Versicherungsschutz aufs Spiel. Denn ein modernes Auto ist nur dann betriebs- und verkehrssicher, wenn die verbauten Kameras und Fahrassistenzsysteme vorschriftsgemäß von einer Fachwerkstatt nach Vorgaben des Fahrzeugherstellers kalibriert worden sind.

Fazit

Lassen Sie die Fahrerassistenzsysteme Ihres Autos unbedingt kalibrieren und einstellen, wenn Ihnen von Ihrer unabhängigen Fachwerkstatt dazu geraten wird. Denn die Fachleute dort kennen neben den gesetzlichen Vorgaben auch die Vorschriften der Fahrzeughersteller und wissen somit ganz genau, welche Arbeiten für Ihre Sicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer notwendig sind. Die Kalibrierung von Kameras und Sensoren spielen dabei eine entscheidende Rolle, damit die Assistenzsysteme in Ihrem Auto ihre schützende Wirkung entfalten können.

Übrigens… eine Werkstatt, der Sie mit gutem Gefühl Ihr Auto anvertrauen können, finden Sie bei uns in der Werkstattsuche

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Fotos dieses Artikels:
Quelle: Audi AG, AUTOFAHRERSEITE.EU


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