Zahnriemenwechsel: Neue Wasserpumpe einbauen?

Geschrieben von mw. Veröffentlicht in Wartung

Das wissen die wenigsten Autofahrer: Der Austausch der Wasserpumpe beim Zahnriemenwechsel ist kein kostspieliges Übel, sondern eine Kostenersparnis. Warum das so ist, erklärt Ihnen AUTOFAHRERSEITE.EU …

Quelle/Foto: ContiTech

Vorausschauend handeln

Geld ausgeben um Geld zu sparen? Klingt komisch, ist aber so. Denn wenn es um die Kombination Zahnriemen/Wasserpumpe geht, ist vorrausschauendes Handeln gefragt. Warum das so ist, wird jedem Autofahrer klar, wenn man sich diese Baugruppe einmal genauer ansieht.

Über den Zahnriemen, der sich an der Stirnseite des Motors befindet, treibt die Kurbelwelle die Nockenwelle an, die für das zeitgenaue Öffnen und Schließen der Ventile zuständig ist. Zusätzlich zu dieser hauptsächlichen Funktion wird bei der überwiegenden Mehrheit der Kraftfahrzeugen mit dem Zahnriemen auch die Wasserpumpe und die Pumpe für die Hydraulik angetrieben.

Die spezielle Auslegung des sogenannten Riementriebs sorgt dafür, dass sich die Position der Nockenwelle und die Position der Kurbelwelle immer in einem gleichbleibenden Verhältnis stehen- und dieser Umstand ist wichtig für das Überleben des Motors. Die Nockenwelle sorgt nämlich dafür, dass die Ventile in den Brennraum eingefahren und wieder hinausbewegt werden. Dabei dürfen die Ventile nur dann im Brennraum sein, wenn der Kolben gerade nicht in der höchsten Position ist. Anderenfalls würden sie durch die hohe Kraft, mit der sich der Kolben bewegt, verbogen oder zerstört. Geschieht dies, muss im Regelfall der komplette Motor ausgetauscht werden. Aus dem Takt kommt der Riementrieb meist weil der Zahnriemen reißt. Das gilt es also unbedingt zu vermeiden.

Genau wie der Zahnriemen, ist die Wasserpumpe einem mechanischen Alterungsprozess und Verschleiß unterworfen.Es ist also wichtig, die Funktion der Pumpe prophylaktisch ca. alle 30.000 km von ihrer freien Kfz-Werkstatt überprüfen zu lassen, um Schäden aufgrund von Überhitzung des Motors etc. vorzubeugen.

Quelle/Foto: ContiTech

Wasserpumpe sollte ausgetauscht werden

Ein Zahnriemenwechsel ist, abhängig vom Modell, nach 50.000 bis 150.000 Kilometer Laufleistung fällig. Und die Kosten für einen Wechsel liegen inklusive der Spannrollen, Wasserpumpe und Frostschutzmittel, je nach Modell und Aufwand bei ca. 300 bis 1.000 Euro. Das ist erstmal eine größere Investition in das Fahrzeug, aber die Alternative, also den Riemen oder die Wasserpumpe nicht zu tauschen, könnte in Zukunft hohe zusätzliche Kosten zur Folge haben.
Denn eine nicht ersetzte Wasserpumpe fällt oftmals kurz nach dem Zahnriemenwechsel aus. In vielen Fällen ist die veränderte Spannung des Riemens und damit eine ungleichmäßige Krafteinwirkung auf die Pumpe der Grund. Fällt die Pumpe aus, dann wird es doppelt teuer, da sämtliche Montageschritte, die gerade beim Zahnriemenwechsel durchgeführt wurden, nochmals gemacht werden müssen. Da macht es Sinn, beim Erneuern des Zahnriemens auch die Spannrolle und die Wasserpumpe zu tauschen. 

Quelle/Foto: ContiTech Der Mehrpreis ist in den meisten Fällen verhältnismäßig gering: ca. 0,3 Std. Arbeitszeit plus Wasserpumpe plus ca. 3 Liter Kühlflüssigkeit sind mit einzuplanen. Auch macht es dabei keinen Sinn, günstig erstandene Ersatzteile aus dem Internet mit in die Werkstatt zu bringen, da in vielen Fällen qualitative Einbußen zu erwarten sind. Die Folge sind oft teure Nachbesserungen.

Ein Beispiel:

Gerade bei VW-Modellen treten, laut Auskunft unabhängiger Werkstätten, gehäuft Probleme durch den Einbau von Fremdzulieferer-Wasserpumpen auf. Da bei diesen kostengünstig produzierten Austauschteilen überwiegend Papierdichtungen verbaut werden, sind oft Undichtigkeiten zu bemängeln. Der Fahrzeughersteller verwendet ausschließlich Wasserpumpen, die eingeklebte Gummidichtungen besitzen und weniger anfällig für Dichtigkeitsprobleme sind.

Fazit

"Nicht am falschen Ende sparen“: lautet hier die Devise. Denn wenn der Zahnriemen schon demontiert  ist, macht es Sinn, auch die Wasserpumpe zu tauschen. Sollte man dennoch auf seine „alte“ Wasserpumpe vertrauen, dann kann man schnell eine böse Überraschung erleben und zusätzliche Kosten tragen müssen. Lassen Sie also  ihre Wasserpumpe regelmäßig in Ihrer unabhängigen Kfz-Fachwerkstatt überprüfen und investieren Sie bei einem anstehenden Zahnriemenwechsel in eine neue Wasserpumpe. Denn so können Sie Zeit, Nerven und absehbare Folgekosten sparen.

Übrigens… eine Werkstatt, der Sie mit gutem Gefühl Ihr Auto anvertrauen können, finden Sie bei uns in der Werkstattsuche

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